Wo du bei Ebbe surfen kannst

Bei Ebbe wandern die guten Wellen von den Stränden zu den Points. Wo du hingehst, was du dir sparst und was du machst, wenn auch noch Wind aufkommt.

Ebbe bringt an dieser Küste viele Leute durcheinander. Die Beachbreaks, die beim Frühstück noch Spaß gemacht haben, werden zum Shorebreak, am Dorfspot kommen die Felsen raus, und alle stehen auf der Landzunge und fragen sich, wo die Wellen hin sind. Die sind nirgendwo hin. Bei Ebbe gibt es die guten Wellen einfach an den Points.

Der Tidenhub ist hier ordentlich, bei einer kräftigen Springtide fast drei Meter. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist also keine Nebensache. Schau dir die Gezeiten an, bevor du dir einen Spot aussuchst. Die sind genauso wichtig wie der Swell.

Wohin bei Ebbe

Banana Point (Aourir)

Die einfache Antwort, und die, für die sich die meisten entscheiden. Banana Point ist ein langer, gutmütiger Righthander, der Ebbe lieber mag als jeder andere Spot hier in der Gegend. Außerdem liegt er geschützt vor dem Nordwind, der fast jeden Nachmittag weht, und bleibt deshalb oft sauber, wenn überall sonst schon alles zerblasen ist. Der Haken: Das wissen alle anderen auch. Und nach Regen lässt du ihn ein, zwei Tage lieber aus. Der Fluss mündet direkt daneben, und alles, was er mitbringt, landet dort auch.

Anchor Point

Anchor ist meistens von Niedrig- bis Mittelwasser am besten. Bei richtigem Swell verbinden sich bei Ebbe die drei Sections zu einem langen Ritt. Es bleibt aber Anchor: felsiger Einstieg, starke Strömung, volles Line-up und nichts zum Surfenlernen.

Panoramas

Am südlichen Ende vom Dorf Taghazout wird Panoramas bei Ebbe schneller und bricht mehr in Sections. Für gute Surfer macht das mehr Spaß, für Anfänger weniger. Bei Flut ist die Welle weicher.

Killer Point und Boilers

Beide laufen bei Niedrig- bis Mittelwasser, und beide sind nur was für erfahrene Surfer. Zum Killer Point paddelst du lange raus, und sobald Größe da ist, zieht die Strömung ordentlich. Boilers oben beim Leuchtturm von Cap Ghir ist ein flaches Riff mit Seeigeln, rein kommst du nur mit einem Sprung von den Felsen. Einen großen Vorteil hat Boilers aber: Die Berge lenken den Wind ablandig, deshalb ist es dort selten verblasen.

Tamri

Wenn dir die Points zu voll oder zu heftig sind: Tamri ist der Beachbreak nördlich von Boilers. Er bekommt mehr Swell ab als die Spots weiter südlich und läuft gut von Niedrig- bis Mittelwasser. Der Strand ist weit offen, da verteilen sich die Leute.

Was du bei Ebbe meiden solltest

  • Crocro und Devil's Rock (Tamraght). Das sind Beachbreaks für Mittel- bis Hochwasser. Bei Ebbe krachen die Wellen meist direkt auf den Sand. Die Surfschulen planen ihre Stunden danach, und das solltest du auch.
  • Hash Point (Dorf Taghazout). Wenn das Wasser ganz weit weg ist, gucken die Felsen raus. Warte, bis die Flut zurückkommt.
  • La Source und Mysteries. Die brauchen mehr Wasser. Bei Ebbe ist da meistens nicht viel los.

Ebbe plus Nachmittagswind

Die klassische blöde Kombi: Das Wasser ist weg und der Nordwind hat aufgedreht. Dann ab zum Banana Point, bei dieser Tide ist er am geschütztesten. Wenn du richtig gut surfst und ordentlich Swell da ist, ist Boilers die andere Option.

Wenn du Anfänger bist

Ebbe ist nicht dein Freund. Das Wasser ist flacher, die Wellen brechen härter, und an den Riffen ist der Fels nicht weit unter dir. Lass die Ebbe sausen, frühstück ausgiebig und geh zurück an den Strand, wenn das Wasser ein paar Stunden aufgelaufen ist. Dein Surflehrer sagt dir genau dasselbe.

Die Gezeiten für heute und die Bewertung für jeden Spot, Stunde für Stunde, findest du auf der Forecast-Seite.